Alter und Sucht – Sucht im Alter“

Elke Papenberg sprach vor Mitgliedern des Freundeskreises Emsland

Mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung gewinnt auch das Thema Sucht im Alter immer mehr an Bedeutung. Zu diesem Thema und den daraus resultierenden Problemen sprach Elke Papenberg auf der Mitgliederversammlung des Freundeskreises Emsland.

Die aus Meppen stammende Diplom Sozialarbeiterin seit 2003 im Haus der Wohnungslosenhilfe in Münster. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über das Thema „Sucht im Alter“. Im Schwerpunkt ihres Referates stand das Thema Alkohol im Alter.

Der problematische Alkoholkonsum im Alter sei lange Zeit vollkommen unterschätzt und stiefmütterlich behandelt worden, habe sich aber zwischenzeitlich etwas geändert. Nach Aussage der Referentin leiden rund 400.000 Menschen, die älter als 60 Jahre sind, unter einem Alkoholproblem  Dazu zählen alt gewordene Abhängige  wie auch Menschen, die lange Jahre „Genuss- und Gewohnheitstrinker“ waren. Im Alter reagiert der Körper jedoch sensibler auf Alkohol, der auch langsamer abgebaut wird. Daher sei die Gefahr der Alkoholabhängigkeit im Alter sehr viel höher. Diese Gruppe zählte Papenberg zu den „early onset“ Trinkern. Ca. 1/3 der Menschen, die im Alter problematisch trinken, gehörten zu den „late onset“ Trinkern. Ursachen seien dabei Arbeitslosigkeit, vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben oder Pensionierung. Weitere Ursachsen könnten auch in den Kriegs- und Nachkriegserfahrungen liegen, die im Alter wieder vermehrt den Alltag bestimmten. Man spreche dabei von so genannten posttraumatischen Belastungsstörungen. Eigene Erkrankungen oder auch das Nachlassen körperlicher und geistiger Kräfte könnten darüber hinaus  vermehrt zur empfundenen oder tatsächlichen Hilflosigkeit führen.  Zu den „intermittierenden“ Trinkern zählte die Referentin die Menschen, die in jüngeren Jahren als Alkoholiker zunächst „trocken“ aber durch die verschiedenen Belastungen des Alters wieder rückfällig wurden. Dies sei von anderen Menschen oft sehr schwer zu erkennen. „Es ist häufig so, dass die Sucht im Alter leiser verläuft.“ Auch von Ärzten und in der Krankenhäusern würde eine Alkoholproblematik älterer Menschen oft nicht rechtzeitig erkannt. Bisher gebe es bundesweit nur wenige Kliniken, die speziell Gruppen für ältere Menschen mit Alkoholproblemen anböten. Angebote der Suchtkrankenhilfe seien eher auf jüngere Menschen abgestimmt. „Jung sein gilt bei uns gesellschaftlich als angesehener als Alt sein.“ Vielen älteren Menschen werde auch von der Gesellschaft keine Rolle mehr zugesprochen. Dabei mache die Zeit nach dem Eintritt ins Rentenalter nicht selten mehr als ¼  der gesamten Lebenszeit aus.

Ohne ein Umdenken in der Gesellschaft werde sich auch nur schwerlich etwas im der Suchtkrankenhilfe ändern. Notwendig seien mehr spezielle Einrichtungen zur Behandlung älterer Menschen.  Auch sollte das Therapieangebot in der Suchtkrankenhilfe erhöht werden die es älteren Menschen ermögliche, im gewohnten Umfeld zu bleiben

Das Foto zeigt Elke Papenberg bei ihrem Vortrag.

Kenn Dein Limit

 

Zu viel Alkohol macht dumm, fett, unattraktiv und impotent und wenn das noch nicht ausreicht: Alkohol hat schädliche Nebenwirkungen für das Gehirn, für die Organe und die Gesundheit leidet. Alkohol lässt das Gehirn schrumpfen, bei zu viel kommt es zum „ Blackout“, auf gut deutsch zum Filmriss. Das kann von Vorteil sein: Wenn man sich lächerlich gemacht hat, weiß man es nicht mehr. Der Nachteil ist: Vielleicht hat man Dinge getan, die man später bereut.

Ein paar Bier in der Kneipe, ein paar Mixgetränke in der Disco – man kann sich ganz schnell um den Verstand trinken. Auch Aggressivität aufgrund von Alkohol kommt häufig vor. Da reicht ein leichtes Anrempeln und schon ist der Streit vorprogrammiert. Viele Jugendliche und auch Erwachsene haben beim Feiern schon ähnliche Szenen erlebt.

Merke: Besser früher als zu spät die Bremse ziehen. 

Ansprechpartner Frauengruppe:         Marlies Schrant 05961/5514                                                Anette Markus 05961/6705

Gemischte Gruppe:                                  Heinz Schüring 05962/1376

"Brücke in die Freiheit"




Reader "Brücke in die Freiheit" Pilotseminar mit Autor Dr. Burghard Kastenbutt

 



Der lang gehegte Wunsch unserer Selbsthilfegruppen für die tägliche Arbeit eine fachlich kompetente, aktuelle
und kompakte Arbeitsvorlage zu erhalten, ist mit dem, von der LEB-Wallenhorst (Erwin Vartmann) in Auftrag
gegebenen Reader "Brücke in die Freiheit", Autor Dr. Burghard Kastenbutt, meiner Meinung, und die unserer
Gruppenmitglieder sehr gut erfüllt worden.
Die facettenreiche Arbeit in unseren Selbsthilfegruppen mit den "Kernthemen Sucht, Co-Abhängigkeit und Abstinenz" wurde in keinen, der in den letzten 20 Jahren erschienenden Reader so umfassend aufgearbeitet.

In den 35 Themen, Gedanken oder Gedichten von Betroffenen, die in diesem Reader niedergeschrieben sind, haben sich alle Gruppenmitglieder mit ihrem eigenen Lebensweg wiedergefunden. Dieses führte natürlich zu äußerst lebhaften Gruppenstunden, seitdem wir diesen Reader im Herbst 2010 als "Roh" Exemplar von Janine Riepe von der LEB für die Vorarbeit zu dem Pilotseminar erhalten hatten. Bei dem Abschluss-Seminar am 22.01.2011 im Land-Gasthaus Els in Handrup (Wirtin Uschi Els ist seit 7 Jahren abstinentes Mitglied in der Freundeskreisgruppe Lingen 2 St.Michael) wurde mit dem Autor und Referenten des Seminars Dr. Burghard Kastenbutt die, mit den am Seminar teilnehmenden Freundeskreisgruppen aus Lingen und Meppen aktuelle, ausgewählte Themen abgearbeitet, diskutiert und abgerundet.

Dieser Reader hat die Qualität ein Basiswerk für alle Selbsthilfegruppen mit dem Hintergrund Sucht zu werden.-Er ist fast perfekt, nicht überladen. aber sehr praxisnah.


-Er stellt wenig Fragen, gibt aber sehr viele Antworten. -Gruppen sollten weitere Erfahrungen zu einzelnen Themen herausarbeiten und dem Autor mitteilen, damit nach spätestens 5 Jahren ein aktueller Reader aufgelegt werden kann.
-Somit können wir langjährige ,erfahrene Gruppenmitglieder der jüngsten Suchtgeneration, ohne Besserwisserei etwas anbieten, wo auch sie von uns profitieren können. Genau so gut sollte auch diese Generation ihre speziellen Erfahrungen einbringen.



Peter Müller Freundeskreisgruppe Lingen 2 St. Michael

Wenn Alkohol in der Jugendszene „in“ ist!!!

Beitrag der Frauengruppe des Freundeskeis-Emsland.e.V.

Jugendalkoholismus findet man kaum in einer Statistik. In der Bundesrepublik Deutschland trinken jedes Jahr 750.000 Menschen zum ersten Mal Alkohol.
Für ca. 10% kann dies der Beginn einer Alkoholkarriere sein.

Die Pubertät ist die schwierige Lebensphase, in der der junge Mensch seine Persönlichkeit herausbildet. Das diese Zeit Konflikte und Krisen beinhaltet, liegt in der Natur. Oftmals werden Alkohol und Drogen als vermeintliche Problemlöser ausprobiert. Alkohol wirkt enthemmend, entspannend und hilft, mangelndes Selbstbewusstsein zu überspielen. In vielen Cliquen gilt Alkoholkonsum als Zeichen von Stärke, der Gruppenzwang fordert auf zum mittrinken.

Die Sucht entwickelt sich schleichend......

Kommt die Tochter oder der Sohn  stark angetrunken von einer Party, bewahren sie Ruhe. Vorwürfe und Verbote erzeugen Trotzreaktionen. Reden sie am nächsten Tag in Ruhe mit dem Jugendlichen, eine sachliche Aufklärung ist hilfreich. Der Freundeskreis bietet Unterstützung an. Behalten Sie das Trinkverhalten ihrer Kinder im Auge. 

Je früher Jugendliche mit dem Trinken von Alkohol beginnen, umso mehr gesundheitliche Schäden riskieren sie, Organe werden geschädigt, insbesondere die Gehirnreifung wird beeinträchtigt.

Mehr zu Thema finden Sie auch hier >> http://freundeskreis-emsland.de/schwerpunkt/mein_kind_nimmt_drogen/kind_und_drogen.html <<

Ansprechpartner: Frauengruppe Marlies Schrant Tel. 05961/5514 – Annette Markus Tel. 05961/6705 – Gemische Gruppe Dohren Heinz Schüring Tel. 05962/1376

 

Die meisten Menschen benützen ihre Jugend, um ihr Alter zu ruinieren. - Jean de la Bruyère

Dies ist das Ende von " Ich will Spaß haben und abfeiern ! " 

 

Jugendliche haben viele Gründe zu trinken:

 
  • - Sie möchten etwas erleben,
  • - dazugehören ( Gruppenzwang ),
  • - als Statushandlung, da in der Erwachsenenwelt derjenige viel gilt, der viel trinken kann,
  • - die Langeweile überwinden,
  • - die Belastungen und großen Anforderung in Schule oder Ausbildung mit Alkohol erleichtern,
  • - oder sie haben keine Zukunftsperspektive.
Alkohol wird auch gezielt eingesetzt, um die seelische Befindlichkeit zu verändern. Angst und Hemmungen sollen abgebaut, Spannungen vermindert und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.
Die Wirkung des Alkohols macht dies - scheinbar und nur für kurze Zeit - möglich.
 

 

Folgen der Alkoholkrankheit bei Jugendlichen

Die Folgen einer Alkoholkrankheit bei einem Jugendlichen sind beträchtlich. Fast immer kommt es zu einem erheblichen Leistungsabfall in der Schule. Das zentrale Nervensystem, dass bei Jugendlichen weitaus empfindlicher ist als bei Erwachsenen, wird extrem in Mitleidenschaft gezogen. Depressionen, Wahnvorstellungen, Nachlassen des sexuellen Verlangens, Sprachstörungen u. ä. sind oft die Folge. Da der junge Organismus den regelmäßigen Alkoholkonsum nicht verarbeiten kann, entwickelt sich sehr schnell auch eine körperliche Abhängigkeit.

Literatur

  • Bundesminister für Frauen und Jugend (Hrsg.), JÖSchG, Das Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit, Bonn (kostenfrei)

  • Dober, R. und Sünkel, G.: Droge Alkohol. Aktionen gegen den Jugendalkoholismus, Auer Verlag, Donauwörth, 2001. ISBN 3403014029.

  • Knischewski, E.: Kinder- und Jugendalkoholismus, 1980. ISBN 3920106431.

  • Van Soer, J.: Jugendalkoholismus. Empirische Bestandsaufnahme, Erklärungsansätze, Therapie, 1980. ISBN 3407556004.

  • Kastenbutt, B.: Narzissmus und Jugendalkoholismus, 1998.ISBN 3894739436

Schätzungsweise sind 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis ca. 25 Jahre in der BR Deutschland Alkoholabhängig oder stark Alkohol-gefährdet.

Obwohl das Jugendschutzgesetz den Verkauf und die Abgabe alkoholischer Getränke an Jugendliche unter 16 bzw. 18 Jahren verbietet, ist es in der Regel nicht besonders schwer, an Alkoholika zu gelangen.

Dies liegt auch oft an dem ziemlich laschen oder gleichgültigen Umgang mit dem Gesetz bei den Handels- und Gastronomischen Betrieben.

Im Alter zwischen 10 und 14 Jahren trinken Kinder bzw. Jugendliche in der Regel zum ersten Mal selbst Alkohol.

Meist geschieht dies mit Billigung Erwachsener auf Familienfeiern o. ä. In den folgenden Jahren bildet sich dann ein Konsumverhalten aus, das in den Grundzügen meist lebenslang beibehalten wird. Stark geprägt wird dieses Konsumverhalten durch das soziale Umfeld ( Jugendgruppen, Sportvereine u. ä. ), den Freundeskreis ( Clique ) sowie den Eltern. Das Durchschnittsalter für den ersten Alkoholrausch liegt bei 15,5 Jahren. Im Jahr 2004 gaben zehn Prozent der Befragten 12- bis 15-Jährigen an, in den letzten drei Monaten mindestens einen Alkoholrausch gehabt zu haben.

Es ist auch keineswegs so, dass nur Jugendliche aus Problemfamilien bzw. -gruppen von dieser Problematik betroffen sind, sondern vor allem Jugendliche aus so genannten " gut bürgerlichen Familien " mit einem normalen bzw. guten Bildungs- und Informationsstand.

Auch das Alter, in dem Kinder und Jugendliche beginnen, Alkohol zu trinken, spielt eine große Rolle. Je jünger sie sind, desto größer ist die Gefahr von Missbrauch und Abhängigkeit. Jugendliche sind organisch wesentlich anfälliger als Erwachsene. Die Reifung des Gehirns - das Organ, dass am stärksten durch den Alkohol gefährdet wird - dauert im Durchschnitt bis zum 20. - 25. Lebensjahr.

Besorgniserregend ist die Aussage des Essener Biologen Dr. Axel Leibstein: “Beginnt der Alkoholmissbrauch mit 25 Jahren, braucht es durchschnittlich 10-12 Jahre, ehe es zu einer Abhängigkeit kommt. Beginnt der Missbrauch dagegen schon mit 15 Jahren, dauert der Übergang in eine Abhängigkeit im Mittel nur 5-6 Monate."

Eine Auseinandersetzung mit der unbefriedigenden Situation bzw. den Problemen wird durch diese kurzfristige Scheinlösung jedoch verhindert und der Jugendliche lernt nicht, sich den Problemen zu stellen und eine Lösung zu entwickeln, bzw. Belastungen auszuhalten. So erschwert der Alkohol die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit und mit fortschreitender Gewöhnung werden Belastungen immer weniger ertragen. Bei der Entwicklung zur Sucht existiert ein Ursachendreieck bestehend aus Droge, Persönlichkeit und Umwelt. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Persönlichkeit den Hauptausschlag für die Entstehung einer Sucht gibt. Die Umwelt ( z. B. soziale Verwahrlosung, Werteverluste und falsche Vorbilder ) ist für sich allein betrachtet, keine Ursache im eigentlichen Sinn, sondern hat vielmehr einen mehr oder weniger starken Einfluss auf die Persönlichkeit. Die Droge selbst ist im Wesentlichen austauschbar.

Es ist jedoch auch so, dass man oftmals vergeblich nach gewichtigen Gründen für diesen massiven Alkoholmissbrauch sucht. Vielfach ist dies auch darauf zurückzuführen, dass die Jugendlichen - besonders bei hochprozentigen Getränken - die Auswirkungen nicht einschätzen können und auch ihre Grenzen nicht kennen. Zudem kommt dazu die Unbekümmertheit, Übermut und Imponiergehabe. Jugendliche denken im Allgemeinen nicht an Tod oder Krankheit und dass es auch sie in ihren jungen Jahren treffen kann. Dies trifft immer die Anderen.

Besonders gefährdet, vom Alkohol abhängig zu werden sind Jugendliche, die unter schweren Belastungen leiden. Seien dies tiefer liegende persönliche Probleme wie große Unsicherheit, Versagensangst und Einsamkeit oder extreme Lebenserfahrungen wie (sexuelle) Missbrauchs- und Gewalterlebnisse. Häufiger oder gar täglicher Alkoholkonsum und Betrunkensein sind Warnsignale, auf die Eltern aber auch die anderen erwachsenen Bezugspersonen unbedingt reagieren sollten.

 Eine große Gefahr sind nicht nur die so genannten Alkopops die durch Ihren süßen Geschmack vor allem auch sehr junge Menschen anziehen und der doch sehr hohe Alkoholanteil und -geschmack überlagert und so nicht mehr wahrgenommen wird.

Verwerflich und Gefährlich sind auch die recht zwielichtigen Angeboten einiger Veranstalter wie z. B. Flatratesaufen - d. h., dass für einen bestimmen Sockelbetrag ( z. B. 10 € ) soviel getrunken werden kann, wie man will. Der geringe Preis alkoholischer Getränke verleitet die Jugendlichen in extremen Masse zum Missbrauch.